Kategorie: Klimakreis

“Männermätt” und andere vegane Abenteuer

Nachdem wir uns in der AG Ernährung schon häufiger mit dem Thema vegane Ernährung beschäftigt und unsere Erfahrungen damit ausgetauscht hatten, wollten wir es dann doch auch mal ganz praktisch genauer wissen.

Gemeinsam vegan kochen, alltagstauglich und unter Anleitung einer erfahrenen Köchin, das wär’s doch. Nachdem Raum, Termin und Anleitung gefunden wurden, konnte es losgehen.

Ausgestattet mit eigenem Lieblings-Küchenwerkzeug, einer Schürze und Dosen für die Reste, trafen wir uns samstags morgens zur gemeinsamen Küchenschlacht.

Rezepte und Einkauf hatte Heike Oelgardt als erfahrene vegane Köchin vorbereitet und jetzt führte sie uns routiniert durch den Vormittag. Eingeteilt in Zweierteams produzierten wir die unterschiedlichsten veganen Gerichte.

Besonders überraschte das Rezept „Männermätt“, das aus Reiswaffeln, Zwiebeln und Tomaten hergestellt, dem altbekannten Mett in Konsistenz und Geschmack absolut nahekam. Wir probierten die verschiedenen pflanzlichen Produkte aus, die als Ersatz für Milchprodukte genutzt werde können, bekamen Infos, wie man Eier ersetzen kann und lernten Aquafaba kennen, die Kichererbsenflüssigkeit, die als Eischneeersatz dient und mit der man u.a. Baiser herstellen kann.

Schließlich hatten wir ein vollwertiges Mehrgänge-Menü produziert mit Salaten, Aufstrichen, Suppen, Currys, Desserts und Kuchen. Am Mittag konnte dann mit zusätzlichen Essensgästen mit großem Vergnügen geschlemmt werden. Trotz herzhaftem Zulangen konnten wir nicht alles schaffen. Wie gut, dass wir ausreichend Dosen für die Reste dabeihatten.

Wir waren uns einig, dass das gemeinsame Kochen großen Spaß gemacht hat und wir neue Erfahrungen sammeln konnten, die wir auch in unseren Alltag mitnehmen werden. Denn veganes Kochen ist kein Hexenwerk!

Und das gab es:

Heike Oelgardt hat uns freundlicherweise die von ihr kreierten Rezepte zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Ihr findet sie hier:

Linsen-Tomaten Aufstrich

Lauchcremesuppe

Apfel-Streuselkuchen

Schoko-Bananen-Creme

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“Klara” und “Klaus” – unser Lastenradprojekt

Das Lastenrad wird in ein paar Jahren das Straßenbild verändern und in vielen
Bereichen des täglichen Lebens das Auto überflüssig machen. Deshalb starten wir gemeinsam mit “Buchholz fährt Rad e.V.” eine Lastenradinitiative für Tostedt und bringen das Lastenrad “Klara” (für bis zu 3 Kinder oder den Wocheneinkauf) und den Radanhänger “Klaus” (z.B. für den Einkauf im Baumarkt) auf die Straße.

Weiter unten oder in unserer Projektbeschreibung erfährst du mehr über das Projekt. Aber hier erst das, was uns gerade am meisten beschäftigt: Aktuell sind wir in der Finanzierungsphase. Wir brauchen Stand 1.5.2024 noch ca. 7.700 Euro, um starten zu können. Magst du uns helfen?

Dazu läuft gerade ein Crowdfunding bei der Volksbank – der Clou: zu jeder Spende von mindestens 10 Euro gibt die Volkbank weitere 10 Euro dazu – wenn du also z.B. 15 Euro überweist, landen 25 Euro auf dem Konto. Das ist doch grandios!

Das Crowdfunding findest du unter www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/klara. Dort gibt es auch ein paar Dankeschöns zur Auswahl für Spenden ab 25 Euro. Schau mal rein! Eine Spendenbescheinigung für die Steuer kannst du dort auch anfordern.

Du willst nicht übers Internet Geld schicken? Dann kannst du auch direkt überweisen:
Kontoinhaber: VR Payment für Viele schaffen mehr
IBAN: DE33 6606 0000 0000 1377 49
Verwendungszweck: P26245 – Klara – Lastenrad für Tostedt

Bei einer Direktüberweisung kannst du die Spendenbescheinigung per E-Mail bei uns anfordern. Schreib einfach eine Nachricht mit deiner Postanschrift an ag-lastenrad@toester-kreis.de.

Auch außerhalb des Crowdfundings können Firmen und Privatpersonen mit ihrer Spende das Projekt fördern. Überweisungen sind ab sofort möglich mit Stichwort “Tostedt” auf das folgende Konto:

Buchholz fährt Rad e.V.
IBAN: DE60 2075 0000 0091 4310 15
Sparkasse Harburg-Buxtehude
BIC: NOLADE21HAM
Verwendungszweck: Tostedt

Der Verein ist steuerlich als gemeinnützig anerkannt, so dass Spenden als Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig sind. Bei Spenden bis zu 300€ ist ein vereinfachter Zuwendungsnachweis möglich. Für höhere Beträge stellt „Buchholz fährt Rad e.V.“ gerne steuerwirksame Spendenbescheinigungen aus. Eine Spendenbescheinigung kann per E-Mail an ag-lastenrad@toester-kreis.de angefordert werden.

Statt einer einmaligen Spende (oder zusätzlich) erhöht eine Mitgliedschaft bei „Buchholz fährt Rad e.V.“ die finanzielle Planungssicherheit für das Projekt. Der Beitrag von Mitgliedern, die in Tostedt wohnen, kommt automatisch der Lastenradinitiative in Tostedt zugute:

Antrag auf Mitgliedschaft (für natürliche Personen).
Antrag auf Fördermitgliedschaft (für juristische Personen).

Warum ein Freies Lastenrad?

Ein Lastenrad leistet einen Beitrag zur Verkehrswende und hat auch zusätzlichen Nutzen für die Gemeinschaft:

  • Die Nutzung ist kostenlos und spendenbasiert.
  • Das Projekt ist lokal verwurzelt und stärkt den Gemeinschaftssinn.
  • Klara” und “Klaus” sind zugänglich für alle.
  • Die Ausleihe ist unkompliziert – es ist keine Mitgliedschaft o.ä. erforderlich.

Wer nutzt so etwas?

Die Nutzergruppen sind vielfältig und umfassen zum Beispiel:

  • Menschen ohne Führerschein / Auto
  • Familien mit kleinen Kindern
  • lokale Unternehmen, z.B. für die Auslieferung von Waren
  • Vereine und andere Gruppen
  • potentielle Käufer von Lastenrädern zum Austesten.

Wie ist es organisiert?

Die AG Lastenrad im Töster Klimakreis organisiert den ganzen Vorgang. Sie ist zu erreichen unter ag-lastenrad@toester-kreis.de. Dort kannst du dich auch melden, wenn du Teil unseres Teams werden möchtest – denn je mehr wir sind, umso mehr können wir bewegen.

“Klara” wird einen Standort direkt in Tostedt haben, der gut zugänglich ist und wo z.B. das eigene Fahrrad für den Zeitraum der Ausleihe sicher aufgehoben ist. “Klaus” wird in Wistedt stehen, kann aber nach Absprache von einem unserer ehrenamtlich Aktiven auch zu einem anderen Übergabeort gebracht werden.

Bei der Ausleihe wird ein Leihformular ausgefüllt und der Personalausweis vorgelegt. Bei der Rückgabe wird kurz der Zustand des Rades/Anhängers geprüft und wir freuen uns dann über eine Spende für den laufenden Betrieb.

Das Projekt kann starten, sobald wir die Finanzierung (siehe oben) für die Anschaffung sichergestellt haben.

Unsere Unterstützer

Das Projekt wurde bisher von diesen Unternehmen und Organisationen unterstützt: Sparkasse Harburg-Buxtehude, Architektengruppe Voß, Immowerk 42, KARO Energieberatung.

Außerdem bedanken wir uns für die Unterstützung dieser Privatpersonen: Martin Schlund, Renate Witte, Dirk Prigge.

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Vortrag “Energieeffizientes Sanieren von Wohngebäuden”

Du besitzt ein Haus und möchtest deine Heizung erneuern? Was ist hierbei und generell beim Sanieren zu beachten?

Muss ich meine Heizung jetzt gegen eine Wärmepumpe ersetzen? Welche Förderprogramme gibt es? Diese und andere Fragen können sie beim Vortrag “Altes Haus wird wieder jung” stellen und erhalten von unserem Experten ausführliche Antworten. Es gibt viele Möglichkeiten die Energiebilanz eines Gebäudes zu verbessern. Doch welche Maßnahmen sind sinnvoll, wie viel Geld muss ich in die Hand nehmen und was bringt es an Energieeinsparung?

In dem Vortrag werden Sanierungsmöglichkeiten an der Gebäudehülle und der Wärmeversorgung am Beispiel eines Einfamilienhauses sowie aktuelle Förderprogramme vorgestellt. Fragen sind während und nach dem Vortrag ausdrücklich erwünscht.

Ein erfahrener Experte der Verbraucherzentrale Niedersachsen gibt praktische Tipps und Ratschläge zur Sanierung von Wohngebäuden. Von modernen Isolationsmethoden sowie den Einsatz von Wärmepumpen bis hin zu erneuerbaren Energien werden alle wichtigen Themen angesprochen.

Wann und wo?

08. Mai 2024 um 19:00 Uhr
Gemeindehaus der Johannesgemeinde Tostedt
Himmelsweg 12, 21255 Tostedt
großer Saal im 1. Stock

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

Für Fragen sind wir unter ag-energie@toester-kreis.de zu erreichen.

Über den Vortragenden

Herr Dipl.-Ing. Werner Neumann ist Energieberater der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) sowie Architekt aus Stade mit über 30 jähriger Erfahrung.

Wir freuen uns auf ihr Kommen mit vielen Fragen und angeregter Diskussion!

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Büchertipps der AG Ernährung

Sich zum Thema Klimawandel und klimafreundliche Ernährung zu informieren ist nicht nur sinnvoll und wichtig, es kann auch sehr viel Spaß machen. In der AG Ernährung tauschen wir uns immer wieder über interessante Bücher aus, die wir gern auch hier vorstellen wollen. Aktuell geht es um die Bücher:

EAT IT! Die Menschheit ernähren und dabei die Welt retten

Gibt’s das auch in Grün? Tricks der Industrie durchschauen, nachhaltig einkaufen

Hoch die Hände Klimawende!  Warum wir mit der Holzzahnbürste nicht die Erderwärmung stoppen – und wo unsere wirklichen Hebel sind

EAT IT!

Die Menschheit ernähren und dabei die Welt retten

Von Dirk Steffens und Marlene Göring

Der durch zahlreiche Dokumentarfilme zu Umwelt- und Naturthemen (Terra X u.a.) bekannte Journalist, Autor und TV-Moderator Dirk Steffens und die Wissenschaftsjournalistin und GEO-Reporterin Marlene Göring haben zusammen ein faszinierendes Buch veröffentlicht. Es ist unglaublich gut und spannend zu lesen, denn es vermittelt neue Erkenntnisse darüber, wie die internationale Nahrungsmittelproduktion auf der ganzen Welt miteinander verflochten ist und wie auch wir mit unseren Essensgewohnheiten Teil davon sind.

„Das globale Nahrungsmittelsystem hat die Orte der Produktion und des Konsums voneinander entfernt. Räumlich…, aber auch kulturell und psychologisch: Weil im Supermarkt alles immer da ist, haben wir keine Ahnung mehr, was auf den Feldern, in den Ställen und den Nahrungsmittelfabriken eigentlich los ist. Essen von nirgendwo.“ (S. 128)

Neben vielen Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen machen Steffens und Göring auch deutlich, welche großen Emotionen das Essen bei uns auslöst, denn es ist Teil unserer familiären und kulturellen Prägung und damit unserer Identität. Das erklärt auch zum Teil den erbittert geführten Streit zwischen Veganern, Vegetariern und Fleischessern. Hier raten Steffens und Göring zur verbalen „Abrüstung“ und zeigen auf, warum es nicht um das ob, sondern um das wie und wieviel geht. Und das hängt vor allem mit der intensiven Landwirtschaft und dem globalen Ernährungssystem zusammen.

Steffens und Göring haben für ihr Buch in vielen verschiedenen Ländern recherchiert und berichten unter anderem darüber, wie Hochleistungs-Kühe in modernsten Ställen in der saudi-arabischen Wüste Unmengen von Milch liefern oder Schweine in chinesischen Hochhäusern gemästet werden. Sie machen anschaulich „wie der Regenwald in die Bratwurst kommt“ und führen uns damit vor Augen, dass ohne Soja-Futter aus den USA und aus Brasilien, die von uns Deutschen jährlich verzehrten Hunderte Millionen von Bratwürsten gar nicht produziert werden könnten. Denn wir haben in Deutschland gar nicht genug Fläche, um ausreichend Hochleistungsfutter für die 50 Millionen Schweine, die bei uns jährlich geschlachtet werden, herzustellen. So rechnen Steffens und Göring vor, dass für acht Grillwürste geschätzt ein Quadratmeter Regenwald gerodet werden muss, um dann dort Soja anbauen zu können. Anschaulich schildern sie den von GEO recherchierten den Weg der Sojabohnen von (z.T. illegalen) Äckern im brasilianischen Regenwald vom brasilianischen Hafen Santarém in einem Schüttgutfrachter aus Hongkong nach Hamburg, wo sie in der Raffinerie eines Agrarkonzerns landen. Das Soja wird dann von dort nach Bramsche am Mittellandkanal weitertransportiert, wo es dann in Mischfutterbetrieben im Weser-Ems-Gebiet zu Kraftfutter verarbeitet wird. Dieses Futter geht dann weiter an die Schweinemäster, die ihr Vieh wiederum zum Verwursten an die großen Fleischkonzerne liefern. Und von dort landet dann die Bratwurst auf unserem Teller.

Aber nicht nur das Tierfutter, auch das von uns verzehrte Gemüse kommt aus der ganzen Welt. Allein in Almería, Südspanien, arbeiten 15.000 Bauern daran, halb Europa mit Tomaten, Gurken und Paprika zu versorgen. Überall auf der Welt ist eine auf Ertragssteigerung ausgerichtete Intensivlandwirtschaft anzutreffen. Sie war für eine lange Zeit wichtig, um die Menschheit zu ernähren, aber jetzt ist ein Kipppunkt erreicht, wo der Schaden den Nutzen überwiegt.

„Das globale Ernährungssystem ist für gut ein Drittel aller Treibhausgase verantwortlich und damit einer der schlimmsten Treiber des Klimawandels. Es ist auch eine der Hauptursachen für die Abholzung der Wälder und verbraucht bis zu 70 Prozent des weltweiten Süßwassers.“ (S. 126)

Und eine weitere Folge der intensiven Flächenbewirtschaftung ist das dramatische Artensterben.

„Es ist absurd, aber ausgerechnet die Lebensmittelproduktion, deren Sinn es ja ist, uns am Leben zu halten, wird nun zu einer Bedrohung für unser Leben.“ (S. 127)

Aber Steffens und Göring bleiben nicht dabei stehen, die globalen Probleme zu benennen, sie beschäftigen sich auch mit Ideen und Strategien, die dazu beitragen, dass die Nahrung für alle Menschen auf der Welt ausreicht und sich trotzdem die Umweltbelastungen verringern lassen. Hier sehen sie in der Art und Weise der Bodennutzung den entscheidenden Schlüssel. Denn der Mensch breitet sich immer weiter auf der Erde aus, die aber gleichzeitig ständig fruchtbaren Boden verliert. Das passiert einerseits durch natürliche Verwitterung, aber mehr noch durch die intensive Landwirtschaft. Sie führt zu ständiger Ausweitung der Landnutzung, die aber schon bald an Grenzen stoßen wird.

Sehr anschaulich beschreiben Steffens und Göring die Zusammensetzung der Böden, die biologischen Abläufe und die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Bakterien und den Mykorrhiza-Pilzen, die als Gemeinschaft von Organismen lebenswichtige Aufgaben für den Planeten übernehmen. Denn dadurch bindet der Boden Kohlenstoff, filtert Wasser und speichert Stickstoff. Leider wird dieses biologische Wunderwerk seit der Erfindung des Ackerbaus vom Menschen einfach umgegraben und später dann mit Chemikalien durcheinandergebracht, was wiederum zur Zerstörung der wertvollen Kruste der Erde führt.

„Ein Zentimeter fruchtbarer Boden braucht 100 Jahre, um neu zu entstehen. Wenn er überhaupt nachwächst. Auf Feldern, die intensiv beackert werden, verlieren wir zurzeit mehr Humus, als sich nachbilden kann.“ (S. 169/170)

Aus Sicht der Autoren kann auch die Bio-Landwirtschaft die aufgezählten Probleme nicht lösen, trotzdem sie gegenüber der konventionellen viele Vorteile bietet. Denn auch sie spielt sich nur auf der Oberfläche ab, ohne sich stärker dem Boden zu widmen, der Ruhe und Zeit zur Regeneration braucht. Hierbei hilft der Ansatz der Agroökologie, die dem Prinzip folgt, den Boden so wenig zu stören wie möglich und dadurch wieder mehr Humus aufzubauen. Der Boden wird nicht umgewälzt, nicht gepflügt, er ist auch immer bedeckt. Die Pflanzenreste werden nach der Ernte stehen gelassen, auf den verrottenden Resten werden Zwischenfrüchte gezogen, die dann vor der nächsten Direktsaat abgehackt werden. Die Saat wird in flachen Furchen eingebracht, dazwischen werden Untersaaten gepflanzt. Mit Fruchtfolgen und Mischkulturen werden Wasser- und Nährstoffvorräte optimal ausgenutzt, wobei man wissen muss, was man gemeinsam wachsen lässt. Dieses Wissen nutzten bereits die First Nations in Nordamerika, indem sie immer die „Drei Schwestern“ Mais, Bohne und Kürbis zusammen säten.

Die Methode der regenerativen Landwirtschaft wird inzwischen schon in Ländern wie Brasilien, Argentinien und einigen US-Bundesstaaten angewandt, wo die Bodenerosion schon so weit fortgeschritten war, dass die Alternative dazu nur die Schließung der Betriebe gewesen wäre.

Im Konzept der regenerativen Landwirtschaft findet auch die Viehzucht ihren Platz. Sie ist sogar ein elementarer Bestandteil, indem Stroh zu Futter, Kot zu Dünger, Dünger zur Erde und neuem Stroh wird.

„Rinder, Ziegen und Schafe können sogar die Bodenqualität verbessern – wenn sie eng beieinanderstehen und immer nur kurz auf einer Weide grasen. ‚Mob Grazing‘ wird das genannt, weil die Tiere wie ein Mob über das Land herfallen, dabei Samen in die Erde treten und sie mit ihren Ausscheidungen düngen – und wieder verschwinden.“ (S. 184)

Vor diesem Hintergrund treffen Steffens und Göring eine Aussage, die vielleicht die verhärteten ideologischen Fronten etwas aufbrechen könnte:

„Wir müssen nicht alle Veganer werden, um die Erde zu retten. Noch nicht einmal strenge Vegetarier.“ (S. 184)

Denn es kommt laut Steffens und Göring auf etwas anderes an:

„Weniger und besser produziertes Fleisch ist vielleicht das schnellste und einfachste Mittel, um die Umweltprobleme in den Griff zu bekommen, die unsere Ernährung verursacht. Vor allem für uns in den Industrieländern.“ (S. 186)

Auch ein anderes strittiges Thema greifen die Autoren auf, wenn sie sich Gedanken über mögliche Lösungen machen. Das sind genmanipulierter Pflanzen, die besonders in Deutschland auf starke Vorbehalte stoßen. Hier warnen beide vor irrationalen Ängsten und Horrorfantasien, denn es gibt auch bei uns schon sehr lange genmanipulierte Pflanzen, die durch Mutationszüchtungen entstanden sind. Und sie verweisen auf die Chancen, wenn man z.B. Pflanzen züchten könnte, die tiefere Wurzeln bilden und damit weniger Wasser brauchen, oder die sich selbst besser mit Nährstoffen versorgen könnten, indem sie Stickstoff aus der Luft zu binden. Sie plädieren also für einen sachlichen Umgang mit diesem Thema.

Die Autoren werben für „Pragmatismus, Innovationsfreude und Toleranz“ (S. 192) und entwickeln schließlich eine Vision.

„In der Ernährung der Zukunft wird es viele Anbaumethoden, Produktionsformen und Nahrungsmittel geben. Wir brauchen viele Lösungen gleichzeitig, die sich ergänzen und das Wohl aller im Blick haben. Vielleicht mit ökologischen Farmen, auf denen Hightechsensoren die Bodengesundheit überwachen. Ein bisschen Futur Food aus dem Labor, hergestellt mit erneuerbaren Energien, und auch mal ein Steak von einer wirklich glücklichen Kuh. Dazu eventuell Steckrüben vom Hofladen und Cornflakes aus Monokultur-Mais, der allerdings auf konservierenden Feldern gepflanzt wurde. Das könnte klappen.“ (S. 192)

Im letzten Kapitel mit dem treffenden Titel: Zwei Seelen in der Brust – Wie wir handeln statt hadern“ schlagen Steffens und Göring den Bogen zu uns und unserem Konsum. Sie argumentieren, dass wir mit unseren Entscheidungen darüber, was wir einkaufen, eine große Macht entwickeln können. Denn unser Nichtkaufen führt zu Profitverlusten bei den Lebensmittelunternehmen, was sie zu schnellen Reaktionen veranlasst.

„Wenn jeder Einzelne ein wenig verändert, ist die Summe der Veränderungen gewaltig groß.“ (S. 209)

Gut wäre es, regional und saisonal einzukaufen und möglichst Bio-Produkte. Dem Essen höhere Wertschätzung beizumessen, wäre auch ein wichtiger Schritt, denn in Deutschland landen 78 kg Lebensmittel pro Kopf und Jahr in der Tonne.

Trotz der bekannten Probleme fällt es immer wieder schwer, sich aus dem Klammergriff unser Normen und Gewohnheiten zu befreien und unser Verhalten zu verändern. Hier hilft es

„…sich noch besser zu informieren: Je mehr man über ein Problem weiß, desto schwerer lasst es sich ignorieren. Denn wenn Denken und Handeln im Widerspruch stehen, entsteht eine kognitive Dissonanz – und die fühlt sich nicht gut an.“ (S. 216)

Aber Entscheidungen werden auch durch Sanktionen (Gesetze und Regeln) beeinflusst und durch Gefühle, durch das gute Beispiel im sozialen Umfeld und psychologische Faktoren. Letztlich sind Motive und Auslöser für Veränderungen zweitrangig, entscheidend ist das Ergebnis des Handelns.

„Dass wir uns heute so stark mit unserer Nahrung auseinandersetzen, ist kein Wunder. Es kommt aus dem Bedürfnis, wieder eine Verbindung zu unserem Essen zu entwickeln. Und im Innersten wünschen wir uns, dass es eine harmonische Beziehung ist. Wir müssen nicht sparen und knausern, sondern wir dürfen großzügiger werden. Untereinander, uns selbst gegenüber und der Natur gegenüber. Dann werden wir die Erde gesund essen.“ (S. 223)

Gibt’s das auch in Grün?

Tricks der Industrie durchschauen, nachhaltig einkaufen

Von Kerstin Scheidecker und Katja Tölle

Kerstin Scheidecker, Geschäftsführerin und Chefredakteurin von ÖKO-TEST, und Katja Tölle, dort stellvertretende Chefredakteurin, kennen sich bestens aus im Bereich unabhängiger Produkttest. Damit sind sie auch ausgewiesene Expertinnen darin, Marketingtricks und Greenwashing von Konsumgüterherstellern zu durchschauen und Orientierung für unseren alltäglichen Einkauf zu geben. Denn mit unseren Kaufentscheidungen können wir nachhaltige Veränderungen bei den Unternehmen anstoßen. Das ist Sinn und Zweck dieses hier empfohlenen lesenswerten Buches.

Das Dilemma kennen wir alle: wir möchten und müssen etwas kaufen und wissen dabei ganz genau, dass Konsum zur Zerstörung der Umwelt beiträgt. Aber wir können die Umweltsünden der Hersteller selten einfach erkennen und es fehlen uns oft Kriterien und Informationen für unsere Kaufentscheidungen. Das Buch greift dieses Problem auf und bewegt sich bewusst im Spannungsfeld zwischen den Veränderungsmöglichkeiten durch individuelles Verhalten und den notwendigen großen Veränderungen, für die Politik und Industrie verantwortlich sind. Es ist klar, dass Entscheidungen von Einzelnen das Klima nicht retten können, aber es macht trotzdem keinen Sinn, sich deshalb einfach zurückzulehnen. Denn schon jetzt ist deutlich, dass individuelle Konsumveränderungen viel bewegt haben. Bei den Discountern gibt es immer mehr Bio-Lebensmittel, das Angebot veganer Produkte wird immer vielfältiger und das Thema Lieferketten ist in der Politik angekommen. Die Industrie braucht immer wieder Druck, um sich zu verändern. Neben individuellem Konsum wirken auch Verbraucher- und Umweltschützer und hier spielen u.a. die Ergebnisse der vielen Produkttests von ÖKO-TEST eine wichtige Rolle. Denn sie decken falsche Versprechen von angeblich grünen Produkten und versteckte Schadstoffe auf, die Konsumenten und Umwelt belasten.

In zehn Kapiteln widmen sich die beiden Autorinnen den vielen Bereichen unseres Konsums. Dazu gehört das Problem saisonunabhängiger hochverarbeiteter Lebensmittel, die mehrfach um die Welt gereist sind, bevor wir sie im Supermarkt kaufen. Überraschend in diesem Kapitel ist, dass erstaunlich viele Lebensmittel aus China stammen, wie Weinblätter, Bio-Kidneybohnen, Bio-Erdnüsse, Honig und sogar Tomaten für Ketchup, Tomatenmark oder Tiefkühlpizza. China ist inzwischen der weltweit größte Produzent von Tomaten und übertrifft Italien um das Zehnfache. Das wiederum importiert chinesisches Tomatenmark und verschickt es mit italienisch aussehenden Verpackungen in die ganze Welt.

In weiteren Kapiteln beschäftigen sich Scheidecker und Tölle mit Mineralwasser, mit tierischen Produkten (Milch, Schweinefleisch, Chicken Nuggets), mit pflanzlichen Lebensmitteln u.a. auf Sojabasis, mit Kosmetik, Mikroplastik, Wasch- und Putzmitteln, Kleidung und Ökostrom. Und in jedem Kapitel lassen sich überraschende Erkenntnisse gewinnen, die hier nicht „gespoilert“ werden sollen.

Das Buch bestätigt an vielen Stellen, dass es uns Verbraucherinnen und Verbraucher letztlich mehr kostet, sich beim Einkauf ökologischer, fairer oder sozialer zu verhalten. Denn leider werden von der Allgemeinheit immer noch die Kosten übernommen, die die umweltschädliche Produktion konventioneller Produkte verursacht. Und weil mit den Billigprodukten Menschen in ärmeren Ländern ausgebeutet werden. Aber wer schon tiefer in die Tasche greift, um nachhaltiger und umweltschonender einzukaufen, sollte sich nicht von Greenwashing für dumm verkaufen lassen und auf schäbige Tricks hereinfallen. Hier sind die Informationen, die das Buch liefert, absolut hilfreich.

Zum guten Schluss geben uns die beiden Autorinnen mit auf den Weg, dass es auch noch Wichtigeres gibt, als korrekt zu konsumieren. Dazu könnte gehören, nicht mehr für klimaschädliche Firmen zu arbeiten, Bürgerinitiativen zu unterstützen, auf die Straße zu gehen, sich politisch zu engagieren, alles damit die Politik die Konzerne dazu bewegt, umweltfreundlicher zu produzieren.

Und trotzdem spielen wir auch als Konsumentinnen und Konsumenten eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt können wir auch die Unternehmen nerven, nachhaken und nachfragen: „Gibt’s das auch in Grün?“

Weitere Infos zu vielen im Buch angesprochenen Test finden sich auf https://gibts-das-auch-in-gruen.de/. Die Autorinnen können kontaktiert werden unter „gibt’s-das-auch-in-gruen@oekotest.de“

Hoch die Hände Klimawende! 

Warum wir mit der Holzzahnbürste nicht die Erderwärmung stoppen – und wo unsere wirklichen Hebel sind

Von Gabriel Baunach

Gabriel Baunach, geboren 1993, beschäftigt sich bereits seit seinem 14. Lebensjahr mit der Klimakrise. Er studierte Maschinenbau und Energietechnik und arbeitete u.a. beim UN-Klimasekretariat, bei BMW, im Forschungszentrum Jülich und im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Baunach ist Podcaster und Autor. Seit 2020 betreibt er die Aufklärungsplattform „Climaware“ (www.climaware.org) und hält Vorträge über die Umweltkrise.

In seinem Buch „Hoch die Hände Klimawende“ setzt sich Baunach mit dem Konzept des „ökologischen Fußabdrucks“ auseinander, der vor 20 Jahren ausgerechnet vom Mineralöl-Konzern BP mit großen Werbekampagnen populär gemacht wurde und der das Klimaproblem sehr stark an die individuelle Verantwortung delegiert. Die Folge sind unfruchtbare Kulturkampf-Debatten mit gegenseitigen Angriffen aufgrund des persönlichen Konsumverhaltens.

„Wir zeigen mit dem Finger auf die Nachbarin, die noch fliegt, und den Onkel, der zu viel Fleisch isst – wir sind total in diesen individualisierten Schuld-, Scham- und Scheinheiligkeitsdebatten verfangen.(Gabriel Baunach in SWR1 Leute)

Gabriel Baunach erklärt in seinem Buch ausführlich die Defizite und Risiken des Fußabdruckkonzepts und ist der Meinung, dass es mehr schadet als nützt. Er macht auch deutlich, mit welchen psychologischen Mechanismen wir uns vor unangenehmen Wahrheiten und um Verhaltensänderungen herummogeln.

Dem Konzept des Fußabdrucks setzt Baunach nun das des Handabdrucks als konstruktive Alternative entgegen. Der Klima-Handabdruck sei die Summe aller CO2-Fußabdrücke unserer Mitmenschen. Man erweitere seine Perspektive über seien eigenen Konsum-Tellerrand hinaus.

Beim Handabdruck geht es um die großen, strukturverändernden Hebel in unserem Leben, die das Verhalten von möglichst vielen Menschen beeinflussen. Beispiel: Ich allein kann zuhause weniger Fleisch essen. Wenn ich aber dafür sorge, dass in der Firmenkantine mehr vegane Gerichte angeboten werden, essen viel mehr Menschen weniger Fleisch. So vergrößere ich meinen Handabdruck und werde zum Multiplikator für klimafreundliches Verhalten.”

Jeder von uns könne in einer kleinen Gruppe anfangen: Mit der Biotonne im Mehrfamilienhaus, sich mit der Nachbarschaft für einen neuen Radweg einsetzen, den eigenen Sportverein dazu bringen, eine Photovoltaik-Anlage einzusetzen oder sich bei Bürgerräten beteiligen.

Baunach liefert eine Vielzahl von Fakten und klärt über die gängigsten Klima-Mythen auf. Mit vielen Kurzgeschichten, Beispiel-Personen und Grafiken ist sein Buch sehr abwechslungsreich und unterhaltsam geschrieben. Und vor allem ist es ein Klimabuch, das positiv motiviert und konkret zeigt, wo man welche Hebel in Bewegung setzen kann, die wirklich etwas ändern.

Wer sollte Baunachs Buch lesen? Wie er selbst sagt:

„Alle, die sich bereits grundsätzlich über die Klimakrise aufgeklärt fühlen und sich nun fragen, was sie selbst tun können. Alle, die sich ohnmächtig und hilflos fühlen und auf einen hoffnungsvollen, zündenden Impuls warten.

Alle, denen eine lebenswerte Zukunft am Herzen liegt, und die ihren Kindern später einmal sagen können wollen: Ja, ich wusste in den 2020er Jahren Bescheid und ich habe getan, was in meiner Macht lag, um die Klimakrise einzudämmen.“

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“Klara” kommt!

Ein Lastenrad für Tostedt ist in Planung.

Das Lastenrad wir in ein paar Jahren das Straßenbild verändern und in vielen
Bereichen des täglichen Lebens das Auto überflüssig machen. In vielen Metropolen ist dieser Trend bereits klar zu sehen. Zeigen wir, dass dies auch in ländlichen Regionen möglich ist!

Beiteilige dich an unserer Umfrage und lass uns wissen, ob du unser Lastenrad “Klara” nutzen würdest oder dich gar finanziell oder mit ehrenamtlichem Engagement beteiligen willst!

Warum ein Lastenrad?

Ein Lastenrad leistet einen Beitrag zur Verkehrswende und hat auch zusätzlichen Nutzen für die Gemeinschaft:

  • Die Nutzung ist kostenlos und spendenbasiert.
  • Das Projekt ist lokal verwurzelt und stärkt den Gemeinschaftssinn.
  • Klara” ist zugänglich für alle.
  • Die Ausleihe ist unkompliziert – es ist keine Mitgliedschaft o.ä. erforderlich.

Wer nutzt so ein Lastenrad?

Die Nutzergruppen sind vielfältig und umfassen zum Beispiel:

  • Menschen ohne Führerschein / Auto
  • Familien mit kleinen Kindern
  • lokale Unternehmen, z.B. für die Auslieferung von Waren
  • Vereine und andere Gruppen
  • potentielle Käufer von Lastenrädern zum Austesten.

Was kostet so ein Projekt?

Für die Anschaffung eines ersten Lastenfahrrades und den Betrieb werden in der Anfangsphase finanzielle Mittel von mindestens 7.000€ benötigt. Die hoffen wir über Sponsoren und über Crowdfunding zu erhalten. Wenn du etwas beisteuern möchtest, wende dich an uns an klimakreis@toester-kreis.de oder beteilige dich an unserer Umfrage.

Wenn alles gut läuft, können wir die “Klara” schon auf dem Frühlingsmarkt am 25./26. Mai 2024 vorstellen und zum Probefahren einladen. Wir freuen uns darauf!

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Und wieder ein Blühstreifen…

Die AG Blühprojekte im Einsatz.

Der Oktober ist eine gute Zeit, noch einmal eine Fläche fürs nächste Jahr vorzubereiten. Zu sechst haben wir in rund drei Stunden eine Fläche von Rasen und Klee befreit, überschüssige Erde abgetragen und den Boden für die Aussaat vorbereitet. Die Benzin-Egge hat uns dabei gute Dienste geleistet.

Das Projekt ist eine gelungene Kooperation: Eine Anwohnerin hat eine Patenschaft für die öffentliche Fläche vor ihrem Grundstück übernommen, der Klimakreis hilft mit Rat und Tat bei der Umsetzung, die Samtgemeinde stiftet Saatgut und der Bauhof transportiert den anfallenden Grünabfall ab. So macht es Freude!

Wir freuen uns darauf zu sehen, wie die Fläche Am Anger im nächsten aussehen wird und hoffen, Sie bieten vielen Insekten Nahrung und Unterschlupf.

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Das Repair Café in Tostedt

Logo des Repair Cafés

Die AG Repair Café im Töster Klimakreis macht es möglich.

Seit September findet an jedem 1. Freitag im Monat von 15 bis 18 Uhr das Repair Café im Haus der Begegnung in der Poststraße 16 statt.

Eine Collage mit Fotos unserer Reparateure bei der Arbeit und ein Foto unseres freundlichen Café-Teams.

Repair Cafés sind ehrenamtliche Treffen, bei denen die Interessierten alleine oder gemeinsam mit anderen ihre kaputten Dinge reparieren.

Besucher:innen bringen defekte Gegenstände von zu Hause mit, zum Beispiel elektrische Kleingeräte, Spielzeug, Kleidung, Gebrauchs- und Alltagsgegenstände. Im Repair Café machen Sie sich gemeinsam mit kundigen ehrenamtlichen Helfer:innen an die Arbeit und nehmen hinterher die Gegenstände auch wieder mit. Nebenbei ist Zeit für Geselligkeit bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen.

Wir haben diverse Menschen mit handwerklichem Geschick dabei, die beim Reparieren helfen wollen. Auch bei Handarbeiten mit und ohne Nähmaschine können wir helfen (Knopf ist ab, Naht ist auf…). Wir haben ein Team, welches sich um den Café-Teil kümmert, so dass die soziale Interaktion und die Gemütlichkeit nicht zu kurz kommen werden. Manche Menschen kommen nur auf eine Tasse Kaffee vorbei und einen kleinen Schnack. Wann kommen Sie uns besuchen?

Für Fragen oder zum Mitmachen wenden Sie sich an unser Team unter ag-repair-cafe@toester-kreis.de.

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Fakten zum Klimawandel

Und wie wir uns vor den Folgen schützen können.

Schon zu unseren Lebzeiten werden die Auswirkungen des Klimawandels gravierend sein, und wir müssen uns kurzfristig davor schützen – auch hier in der Samtgemeinde Tostedt.

Warum und wie?

Der Vortrag „Fakten zum Klimawandel“ von Prof. Dr. Harald Rosenthal am 22. November 2023 um 19 Uhr in der Schützenhalle Tostedt soll eine offene und konstruktive Diskussion dazu anregen.

Was erwartet uns im Vortrag?

Die Prozesse, die den Klimawandel verursachen und steuern sind sehr komplex. Die erforderlichen Maßnahmen, die ihn begrenzen können, sind ebenfalls vielschichtig und werden weite Teile der Bevölkerung hart treffen. Es ist daher sehr wichtig, dass eine breite Öffentlichkeit über die globalen Vorgänge hinreichend aufgeklärt ist, um die Entscheidungen auch auf lokaler Ebene mitzugestalten und mitzutragen.

Deshalb befasst sich der Vortrag vorrangig mit den Fakten zum Klimawandel. Hierfür werden ausgewählte Daten aus der Wissenschaft sowie zentrale Ergebnisse des neuesten Berichtes des Internationalen Klimarates (IPPC 2023) in einer möglichst allgemeinverständlichen Form vorgestellt.

Aufbauend auf der Faktenlage wird verdeutlicht, dass die Maßnahmen zwei Schwerpunkte haben müssen:

  1. Wir müssen uns kurzfristig (innerhalb eines Jahrzehnts) vor den Folgen des Klimawandels (der nicht mehr vermieden werden kann) schützen. Hier wird auf die möglichen lokalen und globalen Maßnahmen sowie ihre Interaktionen eingegangen und eine kleine Auswahl praktischer Beispiele vorgestellt.
  2. Wir müssen weiterreichende Maßnahmen einleiten, die langfristig (innerhalb mehrerer Jahrzehnte) den Klimawandel abmildern.

Maßnahmen auf lokaler Ebene

Von der Politik wird erwartet, dass sie die Bürgerinnen und Bürger „mitnimmt“, die notwendigen Maßnahmen hinreichend erläutert und einen gesellschaftlichen Konsens herbeiführt. Voraussetzung dafür sind solide Grundkenntnisse der Bürgerinnen und Bürger über den Klimawandel und die zu erwartenden Folgen, so dass begründete und unbegründete Ängste überwunden werden.

Mit der Unterzeichnung der Klimacharta des Landkreises Harburg hat die Samtgemeinde Tostedt sich zum Klimaschutz verpflichtet. Auch viele Bürgerinnen und Bürger haben die Notwendigkeit dazu erkannt und engagieren sich in entsprechenden Initiativen. Daher lädt die Samtgemeinde Tostedt in Kooperation mit dem Töster Klimakreis zum Vortrag „Fakten zum Klimawandel“ mit anschließender Diskussion ein.

Wir sehen uns am 22. November 2023 um 19 Uhr in der Schützenhalle Tostedt!

Über Harald Rosenthal

Harald Rosenthal ist seit über 60 Jahren als Meeresbiologe in der Forschung und Lehre tätig. Ein starker Fokus liegt in der internationalen Zusammenarbeit, um insbesondere in der Umweltforschung überregionale Ziele zu erreichen.

Er wirkte oft als Projekt-Gutachter für die EU und koordinierte als Fachbeauftragter für das Bundesforschungsministerium die bilaterale Zusammenarbeit mit verschiedenen Staaten (zB. Brasilien, Israel, Kanada, Japan) auf dem Gebiet der „aquatischen Forschung“.

Dabei förderte er besonders die Gestaltung interdisziplinärer Projekte zur Wasser-, Umwelt- Fischerei- und Klimaforschung. Auch war er über 40 Jahre im Internationalen Rat für Meeresforschung tätig sowie für die Vereinten Nationen (Welternährungsbehörde: FAO) in Entwicklungsländern, um nur einige Beispiele für seine weitreichenden Erfahrungen zu nennen.

Die von ihm gegründete „Weltgesellschaft zum Schutz der Störe“ mit Sitz in Neu Wulmstorf feierte dieses Jahr ihr 20jähriges Bestehen und verbindet Wissenschaftler aus über 20 Nationen.

Die Tätigkeit von Harald Rosenthal findet international Anerkennung. Er trägt den Titel Prof. Dr. Dr. hc. mult. und erhielt sieben Ehrendoktortitel aus verschiedenen Ländern.

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Klimafreundlich einkaufen in der Samtgemeinde Tostedt

Warum ein Einkaufsführer?

Wir wollen die wichtigsten Informationen zum Thema nachhaltige und klimafreundliche Ernährung bündeln und somit Tipps für den Alltag zur Verfügung stellen. Wir möchten gelungene Alternativen aufzeigen und somit Engagement fördern und fordern.

Inhaltsverzeichnis

Klimafreundliches Einkaufen in der Samtgemeinde Tostedt

+ Obst und Gemüse aus biologischem Anbau

+ Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau – regional und saisonal

+ Brot und Backwaren

+ Weitere Lebensmittel aus biologischem Anbau

+ Unverpackt

+ Und doch mal Fleisch?

Klimafreundliches Einkaufen in der Samtgemeinde Tostedt

(ohne Garantie und ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

In der Samtgemeinde Tostedt gibt es ein vielfältiges Angebot an regionalen und saisonalen Produkten (z.B. in Hofläden), sowieso Produkte aus ökologischer Landwirtschaft. Auch das Angebot an unverpackten Waren wächst. Da sich selten alle Kriterien in einem Produkt bündeln lassen, sollte der Schwerpunkt auf pflanzlichen Produkten liegen, denn hier liegt das größte CO2-Einsparpotenzial.

Obst und Gemüse aus biologischem Anbau

Auf dem Wochenmarkt finden Sie jeden Dienstag von 8 – 13 Uhr und jeden Freitag von 9 – 18 Uhr einen Stand vom Demeter-zertifizierten Hermannshof, der selbst angebaute und je nach Saison zugekaufte Ware in Bioqualität anbietet.

Nicht direkt in Tostedt liegt der Demeter-zertifizierte Arpshof. Hier kann man direkt vom Erzeuger und andere Produkte in Bio-Qualität einkaufen und/oder Mitglied in der hofeigenen Solawi (Solidarische Landwirtschaft) werden.

Auch der Wilkenshoff in Ochtmannsbruch ist ein zertifizierter Bio Betrieb. Es gibt ein Gemüse Abo und einen Hofverkauf.

In Handeloh (Wörme) liegt der Demeter Hof Wörme. Dort gibt es einen Hofladen mit Angeboten aus der hofeigenen Produktion.

Bei der Solidarischen Landwirtschaft Superschmelz in Wistedt tun sich Verbraucher zusammen und geben dem Erzeuger eine Abnahmesicherheit. Gegen einen festen Jahresbeitrag erhält jedes Mitglied jede Woche einen gewissen Anteil der Ernte. Der Wirtschaftsplan und alle weiteren Details sind auf den Webseiten zu finden.

Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau – regional und saisonal

In diversen Hofläden gibt es ein reichhaltiges, regionales und saisonales Angebot an Obst, Gemüse und Kartoffeln. Dazu gehören u.a. der Obsthof von Stemm und der Obsthof Busch.

Auf dem Wochenmarkt und auch in allen Supermärkten und Discountern gibt es regionale und saisonale Angebote an Obst, Gemüse und Kartoffeln.

Brot und Backwaren

Bäckereien in Tostedt bieten ein reichhaltiges Angebot an Brot und Backwaren. Das sind Bäcker Weiss, Bäcker Schrader und Bäcker Grimm. Hier lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Website um genaueres zu erfahren.

Auch auf dem Wochenmarkt gibt es qualitativ hochwertiges Brot am Stand der Holzofenbäckerei aus Sauensiek.

Über eigene Backstuben verfügen der Arpshof in Dierstorf und der Hof Wörme in Handeloh. Aus hofeigenem Getreide und mit mehrstufiger Sauerteiggärung werden in den Hofläden Backwaren angeboten.

Beim Kauf von Kuchen sollte darauf geachtet werden, ob das jeweilige Obst gerade Saison hat. Fragen Sie nach Produkten aus pflanzlichen Zutaten.

Benutzen Sie Brotbeutel aus Stoff, so lässt sich der Verpackungsmüll reduzieren.

Weitere Lebensmittel aus biologischem Anbau

In Tostedt gibt es in allen Supermärkten, Discountern und bei Budnikowski ein vielfältiges Angebot an Lebensmitteln aus biologischem Anbau.

Richten Sie Ihr Augenmerk auf den Verarbeitungsgrad und die Liste der Zusatzstoffe. Bei beiden gilt: je weniger, desto besser! Häufig finden Sie auch hier regionale Angebote sowie nachhaltige, leicht abbaubare Verpackungen. Bevorzugen Sie Mehrwegsysteme.

Unverpackt

Bei Genussreich in der Bahnhofstr. 3 gibt es ein kleineres Unverpackt-Sortiment. Hier kann man Tee, Essig, Öl, Liköre und Brände in dort bereitstehende oder selbst mitgebrachte Behälter abfüllen lassen. Frau Simon gibt ihren Kund:innen gerne Tipps zum Kochen mit saisonalen und regionalen Zutaten.

Einen Unverpacktladen mit umfangreicherem Angebot findet man sonst in Buchholz.

Mittlerweile gibt es in verschiedenen Supermärkten auch in Tostedt unterschiedliche Neuerungen zur Vermeidung von Verpackungsmüll. Achten Sie beim Einkaufen darauf.

Und doch mal Fleisch?

Ein wichtiger Aspekt klimafreundlicher Ernährung ist die drastische Reduzierung des Fleischkonsums. Das bedeutet nicht, dass man ganz auf Fleisch verzichten muss, vielmehr kommt es darauf an, es einfach seltener zu essen (“Sonntagsbraten”) und beim Einkauf auf hochwertiges Fleisch zu achten. Das zeichnet sich auf Erzeugerseite durch die Beachtung artgerechter Tierhaltung und die Einhaltung von Tierwohl in jeder Lebensphase des Tieres aus.

Wenn Ihnen unsere genannten Kriterien wichtig sind, bekommen Sie freitags auf dem Wochenmarkt Biofleisch von Biofleisch Nordheide“. Corinna Dahl vermarktet Biofleisch von regionalen Biobetrieben, u.a. Rindfleisch vom Biohof Quellen, welches bei Schlachterei Baden in Lauenbrück geschlachtet wird.

Wer sich generell über die Fleischverarbeitung Gedanken machen möchte, findet auf der Seite des Hof Wörme sehr interessante Aspekte, denn auch dort wird Biofleisch aus eigener Haltung angeboten.

(nach oben)

Haben wir etwas übersehen?

Fehlt ein umweltfreundlicher Anbieter in unserem kleinen Einkaufsführer? Dann geben Sie uns bitte Bescheid unter klimakreis@toester-kreis.de – herzlichen Dank!

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Erfolgreiche Veranstaltung mit SoliSolar zu Mini-Solaranlagen

45 Interessierte kamen am 17.09. zu der von der AG Energie zusammen mit dem Verein SoliSolar durchgeführten Veranstaltung zu Mini-Solaranlagen im Haus der Begegnung.

Zwei Expertinnen von SoliSolar aus Hamburg informierten zunächst über technische und rechtliche Bedingungen und über Preise und Bestellmöglichkeiten. Anschließend konnten viele individuelle Detailfragen zu Kauf, Transport und Montage geklärt werden.

Mit den Photovoltaikmodulen der Mini-Solaranlagen können bis zu 800W Strom erzeugt werden, was zur Abdeckung der Grundlast und dem Betrieb kleinerer Haushaltsgeräte ausreicht. Der Kaufpreis für die dafür erforderlichen zwei Module liegt inklusive Montagematerial und Wechselrichter bei unter 1000,- Euro. Dieser Kaufpreis amortisiert sich bei heutigen Strompreisen in vier bis 5 Jahren.

Die Anlagen können genehmigungsfrei auf dem Dach, an der Wand, am Balkongeländer oder auf Gartenhaus und Carport montiert werden. Lediglich eine Anmeldung ist erforderlich. Der gewonnene Strom wird über eine vorhandene Steckdose ins Hausnetz eingespeist und steht sofort zum Verbrauch zur Verfügung.

Die Mehrzahl der Besucher erklärte, an einem Kauf einer Mini-Solaranlage bei SoliSolar interessiert zu sein.

In den kommenden Wochen werden SoliSolar und die AG Energie des Töster Klimakreises restliche Fragen mit den Kaufinteressierten klären, damit es dann zu einer möglichst großen Sammelbestellung von Anlagen kommt, die die Energiewende in Tostedt ein kleines Stück voranbringt.

Sollten auch Sie noch am Kauf eines Mini-Solarkraftwerks interessiert sein, wenden Sie sich bitte an die AG Energie.

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